13 Der innere Konflikt

Während ich diese ganzen kleinen Texte schreibe, spüre ich immer den schmalen Grat zwischen „Ich möchte jemanden einen Impuls zum Umdenken geben“ und „Ich bin eine Zeigefinger schwenkende Bitch, die Vorwürfe in die Welt posaunt“. Es ist schwierig, diese Themen, die mich bewegen, die vor allem aber die Welt bewegen und eben auch nachweislich zerstören, zu ignorieren, ad acta zu legen und so zu tun, als gäbe es all das nicht.
Und ja, da sind Vorwürfe vielleicht gar nicht so unangebracht. Die Auswirkungen des Klimawandels spüren wir jetzt schon, auch wenn der schon seit Jahrzehnten voranschreitet und wir, unsere Generation, nicht der Auslöser dafür ist. Aber wir zahlen tagtäglich darauf ein, haben die Veränderung in der Hand. Es gibt bereits Tote aufgrund von klimawandelbedingten Naturkatastrophen. Menschen, die unter den Trümmern von eingestürzten Textilfabriken sterben. Wer da einfach so tut, als ginge ihn das alles nichts an, der ist entweder vollkommen egoistisch oder ein Idiot, der gar nichts versteht. Klar kann es mir egal sein, was am anderen Ende der Welt passiert. Es kann mir natürlich auch egal sein, ob die Kinder meiner Kinder in hundert Jahren noch ein schönes Leben auf einem relativ unversehrten Planeten haben. Ist es mir aber nicht. Letztendlich sind wir alle verbunden, alles kommt irgendwie zurück. Wie ein Bumerang. Vielleicht nennt man das auch einfach nur Empathie. Und die steht – wie ich finde – jedem von uns gut zu Gesicht.

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