6 Nichts sehen, hören, sagen

Still alles hinnehmen und beim Alten belassen. Die Augen zumachen und alles wie immer tun. Vielleicht geht dann alles vorbei. Wenn es um unbequeme Themen geht, sind wir schnell mal still. Niemand will sich unbeliebt machen oder sich auf langwierige Diskussionen einlassen, die ja doch nichts bringen. Doch, ich glaube das bringt eben schon was! Ich glaube, dass man immer wieder dagegen sprechen muss, wenn jemand diskriminiert oder wenn jemand seinen Konsum nicht auch nur ein klitzekleines bisschen prüft. Es geht nicht um einen Zeigefinger, auch wenn ich das gerne so darstelle, es geht darum, Bewusstsein zu schaffen. Die Politik regelt viele Bereiche des Konsums nicht. Die Politik hat mittlerweile auch die AfD im Programm (wenn’s um Diskriminierung geht, meine ich). Der Endverbraucher – also wir – hat die freie Wahl. Das ist großartig, weil jeder tun kann, was er will. Das ist aber auch verhängnisvoll, weil sich einige Menschen der Verantwortung, die damit einhergeht, nicht bewusst sind. Ich denke, man muss es sagen, wenn man das Gefühl hat, dass Dinge nicht richtig laufen. Und wenn auch nur dem Partner oder der Freundin, denen man sagt, dass es vielleicht nicht so cool ist, das Pausenbrot immer in Alu-Folie zu wickeln. Oder das Wort „behindert“ inflationär zu benutzen. Oder wenn man dem Typen auf der Party sagt, dass er sein rechtes und frauenfeindliches Gedankengut doch besser mal überdenken sollte bzw. ihm mit echten Studien und Zahlen verdeutlicht, dass er völligen Müll von sich gibt. Man muss was sagen, wenn‘s nicht richtig läuft. Der Maßstab für richtig und falsch? Zugegebenermaßen: schwierig. Vielleicht der: Wenn jemand Drittes, der nicht dabei ist, betroffen ist, aber sich nicht wehren kann. Vielleicht könnte es das sein.

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