3 Kauft mehr Kleidung!

Ich liebe Mode. Ich liebe es, mich schön anzuziehen. Ich liebe Stoffe, Schnitte, Farben.
Am liebsten kaufe ich bei Primark und H&M, die Sachen sind einfach unschlagbar günstig, es gibt eine wahnsinnig große Auswahl und man hat jede Saison mehrere neue Kollektionen zur Auswahl. Ein textiles Paradies!
Dass die Näherin, die das Zeug herstellt, 16 Stunden am Tag arbeiten muss, um ihre Familie zu ernähren, ist doch ihr Problem, soll sie sich doch ein anderen Job suchen. Und dass die Fabrik über ihr zusammenbricht, darüber braucht sie sich dann auch nicht zu beschweren (kann sie vermutlich auch nicht mehr). Über flinke Kinderhände an Kleidung bin ich auch ganz froh, weil diese kleinen Finger sind viel geschickter und können feinere Arbeiten verrichten. In die Schule brauchen die nicht zu gehen, denn wenn sie ja eh schon nähen können, können sie das doch direkt weitermachen bis zur Rente. Kriegen die da eigentlich Rente?
Die Chemikalien, die bei der Verarbeitung von Stoffen entstehen, landen irgendwo am anderen Ende der Welt in Flüssen, in Indien zum Beispiel, das kratzt mich hier nicht. Später lege ich die Sachen, die ich dann vielleicht ein-, zweimal, wenn’s hochkommt, getragen habe, in die Kleidersammlung. Das Schöne: wenn man nicht genau informiert ist, wo die Kleider hinkommen, kann man ihnen zum Beispiel in Moshi, Tansania, auf dem Markt Hello again sagen. Oder in Thailand. Oder in solchen Ländern halt. Da fühlt man sich gleich ein bisschen mehr zu Hause. Und die Näherinnen dort haben somit weniger zu tun, weil die Leute die europäischen Altkleider natürlich viel billiger erstehen können als die maßgeschneiderte Kleidung, die sie eben sonst immer getragen haben. Aber ist doch toll, haben Sie schon mehr Freizeit.
Ach ja, ich liebe Mode.

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