Mexikanische Fingerübungen V

Wenn man am Strand liegt, gibt es nicht viel zu erzählen, außer dass der Wind weht und manchmal der Regen peitscht, aber dann wieder die Sonne milde lächelnd durch die Wolken bricht. Man liegt nur so rum und fühlt die Nutzlosigkeit durch die Adern fließen. Mein Körper, mein Handy, mein E-Book-Reader, meine Sonnenbrille, meine Augen – alles ist von einem leichten Film aus Sonnencreme und Sand überzogen und hüllt mich in eine weiche Decke. Ich bin woanders, sucht mich nicht, ihr würdet mich nicht mal finden, wenn ihr vor mir stehen würdet. Jemand anderes darf mich finden, am Bildschirm, aber ich finde diesen Jemand kaum, trägt Tarnung.
Später springe ich in den Pool, wobei – ich korrigiere: ich laufe die Treppen hinein ins seichte Chlorwasser (Hydrophobie!) und lege mich auf dem Rücken ins Wasser, bis sich meine Ohren mit einem lauten Glucksen beschweren, dass sie voll sind. Kopf hoch: Urlaubs-Palmen-Lounge-Musik. Kopf runter: Totenstille. Lautes, heftiges Atmen. Meines.
Als ich aus dem Pool steige, ist mir schwindelig.

Was soll man da schon groß drüber schreiben?

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