Mexikanische Fingerübungen IV

Wenn ich im Urlaub bin, fühle ich mich immer wie ein Nachhaltigkeitsheuchler.
Reisen und Urlaub machen an sich ist ja sowieso die Umweltsünde schlechthin, wenn man Kontinente überquert. Ich fliege ziemlich viel in der Gegend rum, ich trinke aus Plastikflaschen (zuhause kann ich ja Leitungswasser trinken, das geht hier nicht), überall ist Plastik, Servietten, Strohhalme, kleine Kosmetikpackungen. Das mag jetzt lächerlich klingen, als hätte ich die ökologische Zukunft der ganzen Welt in meiner Hand, aber ich bin ja nur eine von vielen, die genau das gleiche machen. Und das macht dann eben doch den Unterschied.
Zum Beispiel macht das auch im Cañon del Sumidero einen Unterschied, weil da dann eben lauter Plastik inmitten der felsigen Idylle im Wasser schwimmt. Widerlich (ich habe versucht, das zu fotografieren, vielleicht sieht man das ein bisschen).

Aber das Fliegen macht mir die größten Kopfschmerzen. Wenn man gerne mal weg kommt, und zwar etwas weiter, wenn man Kulturen kennen lernen will, dann geht das ja eigentlich nur mit dem Flugzeug, weil der Otto Normalverbraucher hat halt keine acht Wochen Zeit, um mit dem Schiff nach Afrika zu tuckern. Apropos Schiff: Alle Menschen auf Kreuzfahrtschiffen sollten sich auch schämen. Dekadent und dämlich. Mehr ist das nicht.

Wenigstens schaffe ich es bisher, kein Fleisch zu erwischen, das ist tatsächlich manchmal in anderen Ländern etwas schwierig. Weil Chicken ja kein Fleisch ist. Oder Pork. Ist auch kein Fleisch.

Jedenfalls werde ich mir das alles noch genauer überlegen, wie das in Zukunft in meinen Urlauben vonstatten gehen kann, ohne dass mein ökologischer Fußabdruck überdimensional wird. Vielleicht doch mal eine Flugreise weniger. Vielleicht mal was Unentdecktes in der Nähe besuchen.

Schreibe einen Kommentar