neun: heute bin ich dankbar.

Adventskalender 9

Wir halten vieles im Leben für selbstverständlich. Die Menschen, die uns umgeben, die Dinge, die wir besitzen, die Arbeit, die wir haben. Selbstverständlichkeit führt aber immer irgendwann zu Unzufriedenheit. Wer nicht schätzt, was er hat, wird immer meinen, dass ihm etwas fehlt.

Mein Credo für alles ist also: Dankbarkeit. Man sollte sich öfter überlegen, für was man im Leben dankbar ist. Es geht nicht darum, dass man nicht mehr wollen darf. Mehr zu wollen, ist immer gut. Aber man darf dabei nicht den Bestand vergessen. Denn es sind die Menschen, die man um sich hat, die einen weiterbringen, die Dinge, die man besitzt, die einem Komfort geben.

What if you woke up today with only the things you thanked god for yesterday?

Man kann auch jemand anderem danken als Gott, wenn man an den nicht glaubt; man kann auch dem Universum, dem Schicksal, dem König der Unterwelt, oder was weiß ich wem danken, vielleicht dankst du auch dir selbst, weil du so ein großer Held bist und dir das alles alleine aufgebaut hast. Dankbarkeit ist ja im Prinzip nichts anderes als reflektiertes Bewusstmachen. Ich mache mir das, was ich habe, was um mich herum ist, bewusst, erkenne es als nicht selbstverständlich an und projiziere die daraus entstehende Zufriedenheit auf einen Dritten sozusagen. Man kann das sicherlich auch mit sich selbst ausmachen, aber da ich ja ein gläubiger Mensch bin, ist es für mich die Dankbarkeit, die ich an jemanden richten kann.

Heute denken wir an das, was wir haben und nicht nur an das, was wir vermeintlich vermissen. Heute sind wir dankbar für die Freundin, die sich unser Gejammere über den Scheiß-Typen zum fünfundachtzigsten Mal ohne Murren verständnisvoll anhört, dankbar über die Kaffeemaschine, die zwar komische Geräusche, aber gleichzeitig täglich den besten Kaffee von sich gibt, dankbar für die Kollegin, die mitdenkt, und zwar nicht nur an die Arbeit, sondern auch an mich.

Heute bin ich dankbar.

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