sieben: heute scheiße ich drauf, was andere von mir denken.

Adventskalender 7

Gestern haben wir uns überlegt, wie es wäre, wenn alle uns super finden. Und heute gehen wir noch einen Schritt weiter: heute ist es uns einfach egal, wie andere Leute uns finden. Das ist die Königsdisziplin im Bei-sich-sein.

Wir leben oft zu sehr im Außen, tun manche Dinge eigentlich nur, weil wir denken, wir müssten das anderer Menschen wegen. Findest du das Make-up in deinem Gesicht wirklich gut oder machst du das nur, weil du vor anderen nicht ungeschminkt auftauchen willst? Dann geh’ heute ohne Make-up und Mascara und Concealer und was auch immer aus dem Haus. Du neigst dazu, bestimmte Dinge zu sagen, weil du denkst, dass sie jemand anderes von dir erwartet? Dann sage sie nicht! Allen kann man es eh nicht recht machen und wenn man drüber nachdenkt, dass der eine das jetzt gut findet, ist es sehr wahrscheinlich, dass es der andere zur gleichen Zeit total kacke findet.

Außerdem wissen wir doch gar nicht, was andere denken. Vielleicht denken sie das genaue Gegenteil und dann hat man sowieso alles “falsch” gemacht. Wir gehen immer von Annahmen aus, was andere denken könnten. Jahrelang trägt man drei Kilo Make-up im Gesicht, weil man denkt, die Kollegen finden das gut, bis sich herausstellt, die finden Natürlichkeit auf der Haut viel besser. Ich habe übrigens nichts gegen Make-up, aber das ist halt ein plakatives Beispiel. Es zeigt sich also: man weiß nicht, was andere denken und: es kann einem, nicht nur deshalb, letztendlich auch völlig wurscht sein. Weil selbst, wenn Menschen laut denken würden, könnte man es doch eh nie allen recht machen. Und auch hier kommt wieder hinzu, dass wahrscheinlich die meisten Menschen mit den Gedanken, was andere über sie denken, so beschäftigt sind, dass sie gar keine Zeit haben, irgendwas über uns zu denken. Wir sind alle verschieden und haben verschiedene Vorlieben. Wenn wir nicht so viel drüber nachdenken, was andere von uns denken könnten, können wir viel mehr bei uns selbst sein und uns damit beschäftigen, wer wir eigentlich wirklich sind. Und dann werden wir zu einer viel besseren Version unserer Selbst. Und ziehen damit auch Menschen an, die nicht nur irgendwas über uns denken, sondern uns laut sagen, dass sie uns mögen und uns ganz ehrlich kritisieren, wenn es Grund dazu gibt.

Heute tun wir etwas, das wir sonst nicht tun würden, weil wir Angst davor haben, was andere Leute über uns denken könnten. Wir überlegen uns in diesem Zuge auch noch, ob uns dieser Mensch wichtig ist. Wenn nicht, scheißen wir auf seine Gedanken. Wenn ja, dann sollte er uns als Gesamtpaket gut finden, auch wenn wir einmal was machen, was er vielleicht nicht mag.

Heute scheiße ich drauf, was andere von mir denken.

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