Kompliment #21

KomplimentsKalender, WunderbaarerAdvent

Ihr seid eine so coole Urlaubs-Crew, dass mit euch sogar der Alltag zum Urlaub wird.

Mit S und M und auch mit C habe ich damals meine Liebe zu Sansibar entdeckt. S und M kannte ich vorher aber kaum bis gar nicht. Jetzt könnte man meinen, vier Frauen, teilweise nicht so richtig bekannt, eine Insel, hirnschmelzende Sonne – das kann doch nur zu Zickereien und emotionalen Dramen führen. Aber nichts dergleichen; niemals habe ich einen so entspannten Urlaub verlebt wie diesen. Gut, manchmal hatte ich Angst, dass M ihre Drohung wahrmacht und mir mit Henna ein Kunstwerk ins Gesicht malt, während ich schlafe, aber ich habe danach einfach nicht mehr geschlafen, das war schon okay (wusstet ihr, dass dieser Scheiß ungefähr vier Wochen nicht abgeht?). Wir hatten die ideale Mischung aus Strand, Kultur, Natur und Essen – alles, was es für einen perfekten Urlaub eben braucht. Danach hatten wir auch noch gar nicht die Schnauze voll von uns, im Gegenteil, kaum war die M – die länger in der Sonne blieb – wieder zurück, haben wir uns getroffen, der Nostalgie halber Gin aus Plastiktüten getrunken und sansibarische Worte in die Nacht gerufen.

In die Nacht gerufen haben wir danach auch immer wieder, als ich bei der S in München war und mit S und M Fasching gefeiert habe, obwohl ich ihn sonst nicht mag, aber dieses Mal war’s was ganz anderes. Wir haben Stunden, bevor wir los sind, bei S in der Faschingskiste gewühlt, uns fünfunddrölfzig Mal umgezogen und die Kopfbedeckung gewechselt, bis ich irgendwann undefinierbar glitzerte, S ein Katzengesicht in ihrem eigenen hatte und M war – ja, was war M eigentlich? So sind wir los und wir waren so schön, Mensch, wie schön wir waren.

Mit M war ich mal in Ulm beim Nabada, S musste kurzfristig absagen, manchmal ist der eigene Körper ein Depp, aber jedenfalls fährt man da mit einem ziemlich bescheuert geschmückten Boot oder sonstigen schwimmfähigen Gebilden über die Donau. Wir waren klitschnass, sonnenverbrannt und mittendrin, und zwar so lange, bis unser Boot (ich entschuldige mich bei allen Booten, die wirklich den Namen Boot verdient haben) ein Loch hatte, wir lebensbedrohlich kenterten und nur durch eine dramatische Rettungsaktion und die Übersiedlung in ein echtes Boot überleben konnten. Das war aufregend, ich sag’s euch! Vor allem, weil der Wasserstand der Donau zur der Zeit bestimmt hüfthoch war. Also von unten.

Letztens haben wir alle zusammen, die ganze Sansibar-Crew Ms Geburtstag gefeiert und es war fast wie damals, auf meiner Lieblingsinsel, nur nicht so warm und weniger sandig. Und wir alle sind an ganz anderen Punkten in unseren Leben angekommen, aber das ist ja das Schöne an solchen Freundschaften. Man sieht sich nicht so oft und ganz selten mal alle zusammen, aber dann hat man sich wenigstens viel zu erzählen und noch viel mehr Liebe zu zeigen. Ein Liebeskonzentrat sozusagen.

Danke, dass unsere Verbindung länger gehalten hat als bis zum Verlassen der Insel. Danke, dass die Eulen noch immer rufen.

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