Kompliment #12

KomplimentsKalender, WunderbaarerAdvent

Mit deiner Treue, Geduld und Aufrichtigkeit bist du ein Freund fürs ganze Leben.

Der P und ich hängen viel zusammen rum. Wir müssen nicht immer was Produktives machen, wenn wir so rumhängen.
Ich hab mir ne neue Jogginghose gekauft.
Fürs Sofa?
Nein, zum Joggen.
Warum, hast du kein Sofa?
Manchmal sitzen wir einfach nebeneinander auf diesem Sofa, hören Musik, trinken ein Glas Wein und manchmal sprechen wir nicht einmal dabei, aber so muss das sein, wenn man zusammen rumhängt. Wir wollten mal ein Ritual einführen, ein Sonntags-Abend-Pizza-Tatort-Ritual, aber wenn man etwas zweimal gemacht hat, kann man es dann schon als Ritual bezeichnen? Wenn wir dann mal wirklich was Produktives machen, machen wir zum Beispiel Sport. Zuerst spielt er immer den Personal Trainer und gibt mir Gewichte in die Hand und sagt Los, mach dies, mach das, bis sich in meinem Kopf irgendwann ein Schalter umlegt und irgendwelche komischen Sport-Glückshormone ausgeschüttet werden und ich lachend von Gerät zu Gerät hüpfe und mehr Gewicht auflege, immer mehr, bis der P sagt Jetzt reicht’s aber wieder. Irgendwann setzt er sich neben mich hin, während ich auf dem Laufband das Training abschließe (Nur noch fünf Minuten, wirklich!) und lacht mich aus, weil ich wie eine Aufziehpuppe durch die Gegend renne.

Oder wir sind künstlerisch wertvoll unterwegs und machen Fotos, wie die des KomplimentsKalenders. Was hier höchst professionell aussieht, war harte Arbeit. Wirklich hart. Irgendwann stand der P auf meiner Küchentheke, hat sich den Kopf fast an der Decke gestoßen und verrenkt wie ein Akrobat, um mein Gesicht irgendwie ins Objektiv zu quetschen. Wie zwei Verrückte sind wir durch die Wohnung gerannt, auf der Suche nach Zahlen, irgendwas mit Zahlen drauf, weil so ein Adventskalender muss ja von eins bis 24 gehen, logisch. Er war es, der festgestellt hat, dass ich mir die Eins spiegelverkehrt auf die Hand gemalt habe und es selbst beim ersten Hinweis nicht kapiert habe. Naja, liegt vielleicht dran, dass bei Linkshändern irgendwas im Kopf verdreht ist, keine Ahnung. Jedenfalls habe ich mal wieder schallend über mich gelacht. Als wir schon alles an Zahlen, was in der Wohnung auffindbar war, ausprobiert hatten, habe ich eiskaltes Händchen gefunden; da liegt normalerweise immer mein Schmuck drin und wartet darauf, in mein warmes Händchen genommen zu werden. 24 sind wirklich eine Menge Zahlen, das weiß ich jetzt – so viel zum Thema P und Geduld. Vielleicht muss ich noch einen Post mit Takeouts vorbereiten, leider, leider gibt es kein Foto vom akrobatischen P.

Bei einer der vorigen Foto-Actions sind wir danach rumgehangen und wollten die Bilder bearbeiten, ich mit Photoshop, er mit Gimp. Als meine Zähne irgendwann seltsam braun gefleckt waren und meine Haut wie eine beige Marmorplatte aussah, haben wir die Laptops wieder zugeklappt und ein Glas Wein getrunken. Bei mir wird es keine gephotoshopten Bilder geben, hier ist Natur pur! Ich würde ja gerne, aber ich kann’s nicht. Wie tragisch! Das ist zwar nicht das, was ich mit Aufrichtigkeit meine, aber irgendwie gehört das auch dazu.

P ist immer ehrlich und vor allem ist er immer da. Und wenn der Tag scheiße war, dann steht er mit einer Flasche Glühwein vor der Tür, sagt, der Glühwein sollte halt nicht kochen und wir gehen kurz raus und kommen rein wieder und der Glühwein kocht.

Danke, dass du mein bester Freund bist.

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