Tag 46 von 46.

Es ist ein wundervoller Tag: die Sonne scheint bereits morgens durch das Fenster meines Zimmers unterm Dach.

Mutter und ich bereiten für das Osterfrühstück so viel Essen vor, als hätten wir eine fünfköpfige Elefantenfamilie zu Gast. Es gibt vegane Muffins, vegane Brownies, selbstgemachte Schoko-Haselnuss-Creme, ein Osterlamm, ein Zopf-Brot und mindestens fünfzig verschiedene Brotaufstriche mit Zutaten aus dem Garten. Morgen in aller Frühe schneiden wir noch Obst und Gemüse und was sonst noch nicht verwertet wurde.

Am allermeisten freue ich mich auf die Süßigkeiten. Auf die Schokolade. Vielleicht regulieren sich dann meine anderen Süchte wieder. Ich kann kaum an der Speisekammer vorbei oder in den Keller hinunter gehen, geschweige denn den Kühlschrank öffnen, ohne dass mir das Wasser im Mund zusammenläuft und ich aufpassen muss, dass ich nicht aus Versehen etwas aufesse.

Zum Ausgleich bin ich noch ein wenig im Wald gewesen. Dort, wo ich früher, in meinem alten Leben, in dieser Stadt, mit diesem Menschen immer war. Wo wir uns einen Teich hingewünscht haben, um nach dem Laufen schnelle Abkühlung zu finden. Heute ist es nicht so warm, dass man Abkühlung benötigen würde, aber die Luft riecht schon nach Frühling, die Sonne hat ungeahnte Kräfte; zumindest dort, wo die Bäume sie nicht mit ihren Wipfeln aussperren.

Ich habe mich schon lange nicht mehr so sehr auf eine Mahlzeit gefreut wie auf das Osterfrühstück morgen. Ich weiß wirklich nicht, wie ich an einem Tag all das essen soll, nach was meine Gelüste sich verzehren.

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