Tag 8 von 46.

Die Familie liebt.
Oma und Opa sind 60 Jahre verheiratet.
Mutter und Vater haben 32. Hochzeitstag.
Der Bruder hat sich verlobt.

An Weihnachten erzählt er mir von seinem Plan. Er weiß, er will die Beziehung auf eine andere Ebene heben, sagt er so vernünftig wie liebevoll. Er ist sich sicher und ich habe Tränen in den Augen. Mein Bruder, der immer mein Kleiner war, auf den ich immer aufpassen wollte, ist meiner Obhut entwachsen. Das ist schon vor langer Zeit passiert, aber jetzt wird es mir zum ersten Mal ganz deutlich bewusst. Ich spüre seine Sicherheit bei diesem Vorhaben und kann nicht anders, als stolz auf ihn zu sein.

Er fährt zu mir, um die Ringe auszusuchen. Dass er diesen besonderen Moment mit mir teilt, erfüllt mich mich Glück. Er entscheidet sich für einen Ring, schlicht und kostbar, beständig und zart zugleich. Ich packe ihn in meine Tasche. Wie ein rohes Ei bewache ich ihn auf dem Heimweg, schaue alle fünf Minuten in meiner Tasche nach, ob er noch da ist. Ich trage den Ausdruck seiner Liebe zu ihr im Gepäck.

Ich habe ihn zu seinem Glauben befragt. “Ich weiß nur, dass es Liebe und Hass gibt, und in letzter Zeit bemerke ich immer mehr, dass Liebe das Wichtigste ist und immer stärker sein muss als Hass.”

Deshalb glaube ich an die Liebe.
Ich bin umgeben.
Ich bin ein Kind der Liebe.

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