November-Notorietät XIX

Die Schönheit der Abgeschiedenheit

Ich sitze im Auto und drehe die Musik lauter. So laut, dass ich meine Gedanken nicht mehr hören kann. Ich bin mitten auf der Straße, mitten im Leben und doch in meinem eigenen kleinen Kosmos. Hier kann ich singen, schreien, weinen, lachen. In diesem Auto haben sich abertausende Emotionen in das Lenkrad gebrannt. Im Leder der Sitze sind so viele Tränen versickert. Die Windschutzscheibe erzählt mit zarten Rissen von herausgeschrieenen Liedern, die zu Hymnen wurden.
Wer dieses Auto irgendwann kaufen wird, muss es ausräuchern. Oder mit ihm sprechen. Ich bin sicher, es antwortet.

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