November-Notorietät III

Die Schönheit eines Versprechens

Ihre Hände streichen vorsichtig über den weißen Stoff. Sie wiegt ihre Hüfte sanft hin und her, damit der Stoff fließen kann. Ihr erwartungsvoller Blick richtet sich von mir zum Spiegel und wieder zurück.
Ihre Augen leuchten.
Es ist egal, welches Kleid sie trägt. Sie könnte einen Rupfensack tragen. Oder eine Latzhose. Sie trägt es für ihn. Sie blickt auf den Spiegel und scheint ihn dort zu sehen. Da steht ihr nun, ihr beiden. Die Hände ineinander verschränkt wie die Ewigkeit mit der Unendlichkeit. Mit dem Wissen um Imperfektionismus. Mit der Erprobung von Kämpfen. Mit der Tugend der Toleranz.

Ihr beiden.

Obwohl ich nicht weiß, ob ich jemals hier stehen werde, um mir weiße Spitze über bauschigem Tüll oder champagnerfarbenen Chiffon mit Perlenbesatz überstreifen zu lassen, weiß ich genau in diesem Moment, dass es falsch ist, nicht daran zu glauben.

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