Cat Content mit Hund

Die Hälfte unserer gemeinsamen Zeit bist du genau das Gegenteil von dem, was ich will. Wie eine Katze, die kommt und geht, wie es ihr gefällt, die sich nichts aus Berechenbarkeit und Verlässlichkeit macht. Aber wenn diese Katze einmal beschlossen hat, bei jemandem zu sein, dann tut sie das gegen jeden Widerstand. Wenn auch nur für wenige Stunden. Ich mag Katzen. Wenn du ab und an beschließt, da zu sein, bist du genau das, was ich will. Dann bist du ehrlich und anschmiegsam. Du schnurrst. Ganz leise und heilsam.
Du bist kein Hund. Ich dachte das immer. Aber das ist nicht wahr. Man kann dich nicht an die Leine nehmen. Du würdest niemals einem Ball hinterherlaufen. Du willst frei sein.
Das muss ich doch vorher wissen. Dann stelle ich dir eben einen Kratzbaum auf. Statt Wasser bekommst du Milch. Und statt dich zu erziehen werde ich dir zeigen, wie weit du draußen gefahrlos streunen kannst. Ich weiß, du kommst immer zurück. Weil du meine Katze bist. Weil ich dir Futter und Streicheleinheiten gebe. Weil du dich an mich gewöhnt hast. Weil dein Schnurren meine Sprache ist.
Ich gebe zu: Manchmal wünsche ich mir, du wärest mehr wie ein Hund. Ich könnte dich an die Leine nehmen und mit dir spazieren gehen. Aber ganz tief in mir ist der Katzenmensch zu Hause. Der Katzenmensch braucht Ungewissheit, um in Spannung bleiben zu können. Weil der Katzenmensch sich nicht ausruhen kann. Nicht ausruhen will. Der Katzenmensch teilt sieben Leben mit seiner Katze. Jedes einzelne davon ist erfüllt.

Schreibe einen Kommentar