• Gedanken
  • Tag 1.6

    Das sind die Sterne. Sie täuschen mich. Weil sie Bilder von Schönheit vorgaukeln, die es nicht gibt. Nicht mehr. Beim Anblick des Sternenhimmels macht sich Traurigkeit in mir breit. Die Sterne wagen den Kampf gegen eine Leere, die alles verschlingt. Leere, die ein ganzes Universum füllt. Und dann überkommt mich dieser unendliche innere Frieden, weil […]

  • Phönix
  • Tag 1.5

    Warum schaffen die Menschen es in Liebes-Beziehungen nicht mehr, ihr Leben zu teilen? Schaffen wir es nicht mehr, intim zu sein, obwohl wir jede noch so verborgene Stelle am Körper des anderen kennen? Obwohl wir genau wissen, wo wir ihn wie anfassen müssen, wie seine Lippen schmecken, wie sich die Haut an seinem Hals und […]

  • Phönix
  • Tag 1.3

    Ich denke an dich, wenn es regnet. Du hast immer gesagt, du magst den Regen. Also höre ich genau hin, wie die Tropfen auf Teer, Blätter und Dächer prasseln. Mal laut und bedrohlich. Mal sanft und leise. Rücksichtslos kräftig und sorgsam nährend zugleich. Wenn der Regen nachlässt, und auf den Grashalmen die letzten verbleibenden Tropfen […]

  • Phönix
  • Tag 1.2

    Das hier ist nicht Hollywood. Hier wird die Hoffnung auf bedingungslose Liebe verdrängt von der Diskussion um richtig und falsch. Von der vagen Ahnung, dass die Bedingungen sich proportional zum Einschleichen eines routinierten Alltags entwickeln. Dass das schmutzige Geschirr in drei Monaten vielleicht doch zum Gesprächsthema werden könnte. Dass Vertrauensvorschüsse ohne Vertragsabschluss gezahlt werden und […]

  • Phönix
  • Tag 1.1

    Wir haben ein Muster gemalt. Jetzt wollen wir ausbrechen. Vielleicht hätten wir es präziser vorzeichnen sollen. Schöner ausmalen. Hätten mehr Farben verwenden sollen. Stattdessen haben wir über den Rand gemalt. Die Farben ergeben kein stimmiges Bild. Die Karos sind zu klein geworden. Die Blumen zu bunt. Die Ästhetik ist gestört. Wenn wir hier und da […]

  • Phönix
  • Tag 25

    ich habe mir an dir die zähne ausgebissen meine fingernägel sind an dir zersplittert meine haare sind wegen dir ergraut ich habe mir ein gebiss gekauft ich habe meine fingernägel angemalt ich habe meine haare bunt gefärbt ich habe dich angelächelt ich habe deine hand gehalten ich habe deinen kopf gestreichelt

  • Phönix
  • Tag 23

    Sie reißt sich so schnell die Kleider vom Leib, als würden sie auf ihrer Haut brennen. Die verwaschene blaue Jeans, die geringelten Socken, die sich darin verfangen haben, die weiße, verschwitzte Bluse, der ebenfalls weiße BH aus feiner Spitze und das dazu gehörige, etwas zu knappe Höschen landen auf dem Teppich im Badezimmer. Während sie […]