Das ist kein SOS, nur ein OK

Ich bin nicht verschollen. Oder tot. Oder vor Interpol untergetaucht. Ich bin nur einfach verstummt und wollte doch mal wieder Meldung machen, weil eigentlich ärgert mich, dass der Blog hier seit Wochen quasi still steht – und noch ein bisschen mehr ärgert mich, dass ich gerade einfach nicht schreiben kann.

Ich hätte tausend Themen im Kopf, könnte vielleicht sogar ein Buch mit 834 Seiten damit füllen, aber ich werde einen Teufel tun und mein Seelenleben hier ausbreiten. Sorry, aber so gut kennen wir uns nun doch nicht. Ich habe gerade so viele existenzielle Themen auf meiner gedanklichen Agenda, ich bin aufgewühlt und zwischendurch auch ein wenig traurig und enttäuscht; im Jahr 2018 habe ich bereits so viele Emotionen durchlebt, dass wir eigentlich schon mit 2019 anfangen könnten. Ich plane jetzt schon die Silvesternacht.

Ich schaffe es gerade halt nicht, irgendwas Profanes niederzuschreiben; ich kriege es auch nicht hin, die Themen, die mich gerade außerhalb meines eigenen kleinen Sonnensystems sehr bewegen, in Worte zu fassen. Ich bin schockiert über die Situation in Syrien, das Massaker in Gotha, ich finde es unerhört, dass es immer noch keine Regierung in Deutschland gibt und ich erzürne mich darüber, dass immer weniger Menschen einen Organspende-Ausweis mit sich tragen. Das sind alles Themen, mit denen ich mich gerade gedanklich und schriftlich lieber befassen würde, als so stumm wie ein Fisch einfach keine Worte zu verlieren, keine Worte über gar nichts. Aber manchmal gibt es diese Phasen; diese Phasen in denen nichts so läuft wie man sich das wünscht und man sich fühlt wie in einem Negativfilm, der erst noch entwickelt werden muss. Manchmal gibt es diese Phasen, in denen man einfach nur mal drei Jahre nach Sansibar in den Urlaub fliegen will, weil man so müde ist vom Alltag und den viel zu hohen Wellen, die kurz aber heftig den abgesetzten Sand aufwirbeln. Ich bin gerade in einer Phase, in der ich statt zu lesen Shopping Queen und Zwischen Tüll und Tränen und alle Folgen Gossip Girl zum zweiten Mal schaue. Wer mich näher kennt, versteht das Ausmaß der Katastrophe.

Und weil ich im Dezember diesen Kalender gemacht habe und nicht nur schlau daherschwätzen wollte, halte ich mich jetzt eben selbst dran. Ich höre auf mich. Auf meine Bedürfnisse. Ich mache erst dann wieder weiter, wenn ich mich nicht dazu zwingen muss. Da aber das Leben so schnell und unberechenbar ist, wird das mit Sicherheit schneller der Fall sein, als ich mir das jetzt gerade vorstellen kann. Vielleicht schon übermorgen, wer weiß. Bleibt also dran, so einmal die Woche gibt’s ja dann doch immer irgendwas zu melden. Das ist ja gleichzeitig auch das Schöne: Das Leben ist so voller Leben, so voller Auf und Ab und Achterbahn, dass man merkt, dass man tatsächlich am Leben ist. Viel Leben in einem Satz, ich weiß, aber darum geht’s doch. Genau darum. Nichts anderes. Volles, pures Leben. Tot ist man schließlich lange genug.

Besuche mich
Instagram
Facebook
Facebook
Per Mail folgen
RSS
PINTEREST

Schreibe einen Kommentar